„Plötzlicher Herztod“ und Gefäßverkalkungen

Wer gehört zur Risikogruppe?

Der „Plötzliche Herztod“ wird meist durch einen plötzlichen Verschluß einer Herzkranzarterie verursacht, fast immer bedingt durch das „Aufbrechen“ einer Gefäßwandveränderung der Koronararterie. Diese Veränderung, ein sogenannter instabiler Plaque, engt die Herzkranzarterie in der Regel nicht nennenswert ein. Es besteht vor dem Infarkt somit keine Minderung des Blutflusses zum Herzmuskel, was auch die fehlenden Warnzeichen erklärt.
Um die Anzahl der Patienten mit plötzlichem Herztod zu senken, gilt es somit die Risikopatienten herauszufinden und vorbeugend (prophylaktisch) durch Kardiologen zu behandeln. Prinzipiell gelten Patienten mit erhöhtem Blutdruck, und/oder erhöhten Blutfettwerten und/oder Raucher und/oder Zuckerkranke als Risikopatienten. Um die Risikogruppe weiter einzugrenzen, besteht die Möglichkeit mittels einer Mehrbahnen-Computertomographie einen sogenannten Kalkscore des Herzens zu bestimmen.

Die Kalkscore-Untersuchung

Mit einem Computertomograph der neuesten Generation, dem sogenannten Mehrbahnen-Spiral-CT, erfolgt die Untersuchung des Patienten in Rückenlage vollkommen schmerzfrei und ohne die Gabe eines Kontrastmittels während einer Atemanhaltphase, EKG gesteuert (getriggert) in weniger als 30 Sekunden und nach einem festgelegtem Untersuchungsprotokoll, also für Kontrollen gut reproduzierbar.
Bei der anschließenden computergestützten Auswertung wird mit standardisierten Kriterien nach Gefäßverkalkungen der Herzkranzgefäße gesucht und das Ausmaß dieser Verkalkungen bestimmt. Anhand von Vergleichswerten aus einem großen Patientenkollektiv kann das Risiko für das Vorliegen einer koronaren Herzerkrankung abhängig von Geschlecht und Alter abgeschätzt werden.
Liegen keine Verkalkungen vor, ist mit einer 95prozentigen Wahrscheinlichkeit eine koronare Herzkrankheit ausgeschlossen!
Der Nachweis größerer Mengen von Koronarkalk macht eine koronare Herzkrankheit wahrscheinlicher und erfordert weitergehende kardiologische Diagnostik. Ebenso kann die Untersuchung der Verlaufsbeobachtung dienen, ob die Arteriosklerose fortschreitet oder durch entsprechende therapeutische Maßnahmen gestoppt werden kann.
Soll die Risikogruppe noch weiter eingegrenzt werden, so kann eine CT-Koronarangiographie durchgeführt werden, bei der, wie bei der sogenannten (Herz-) Katheteruntersuchung, die Lichtungen (Lumen) der Herzkranzgefäße dargestellt werden. Hierzu muß Kontrastmittel benutzt werden. Diese Kontrastmittelgabe erfolgt jedoch in eine Vene in der Ellenbeuge und nicht wie bei der Katheteruntersuchung in die Leistenschlagader oder selektiv die Herzkranzgefäße. Entsprechend ungefährlicher und risikoärmer ist die computertomographische Herzkranzgefäßuntersuchung, so daß sie ambulant und ohne längere Beobachtungszeit nach der Untersuchung durchgeführt werden kann. Seit Februar 2002 verfügen wir über die neueste softwaregesteuerte „Dosismodulation“ bei Herzuntersuchungen. Damit kann aktuell und hochmodern die Patientendosis um 50%(!) reduziert, also halbiert werden. Dies ist eine Weltneuheit.